Moorbrand in Meppen nimmt Feuerwehren aus dem Cuxland in Anspruch

Der Moorbrand bei Meppen ist seit 3. September auf dem Bundeswehrareal der WTD 91 (Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition 91) im Gange. Nun rückten auch die örtlichen Feuerwehren als „Fachzug Moor“ im Landkreis Cuxhaven Richtung Meppen aus, die Freitag früh wieder zurückerwartet werden. Mit dabei sind Feuerwehren mit Wasser führenden Fahrzeugen sowie rund 30 Einsatzkräften der Feuerwehren von Basbeck, Lamstedt, Warstede, Wanna, Otterndorf, Nordleda sowie ein Schlauchwagen des Landkreises Cuxhaven. Ein Video bei Facebook zeigt die Abrückenden Fahrzeuge der Feuerwehr Wanna.

 

Das Gelände

Der Übungsschießplatz wird seit 1877 auf dem Gelände genutzt. Durchgeführte Schießübungen eines Airbus Helicopters sorgten dabei für die Entstehung des Moorbrandes. Im schnitt sind alle 3-4 Tage Moorbrände durch den Erprobungsbetrieb. Keines war bisher jedoch so schlimm wie dieser Moorbrand.

 

Das Feuer und die Einsatzkräfte

Oberirdische Feuer gibt es nicht mehr. Jedoch befinden sich tief im Torf noch einige Glutnester. Am Dienstagnachmittag sind erneut Tornado-Jets gestartet, um Wärmebilder vom Moorbrand auf dem Bundeswehr-Testgelände zu machen. Mit schwerem Atemschutzgerät können die Arbeiten wegen der zu starken Belastung nicht ausgeführt werden. Hier wäre man nach einer halben Stunde körperlich komplett fertig. Stattdessen werden einfache Masken benutzt. Auch werden die etwa 1.500 Einsatzkräfte der Feuerwehr und des THW untereinander immer wieder ausgetauscht. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde im Lauf der Zeit erhöht. Fast 100 Zelte zum Schlafen befinden sich vor Ort. Bis jetzt kann noch nicht gesagt werden wie lange die Löscharbeiten noch andauern werden. Binnen einer Woche ist die Fläche von 8 Quadratkilometer auf 12 Quadratkilometer angewachsen. Unterstützt wurden die Helfer am vergangenen Donnerstag auch von den Spielern des SV Meppen, die Spanferkel verteilt hatten.

Ein kleines Video, wie sich ein Moorbrand ausbreitet hat der NDR in seiner Mediathek.

 

Gesundheit und Natur

Gerüche des Brandes gehen bis Schleswig-Holstein und Hamburg. Ungeheure Mengen an gasförmigen und partikulären Bestandteilen wurden bis jetzt freigesetzt. So sagte Klaus Rabe, Facharzt an der LungenClinic Grosshansdorf (Schleswig-Holstein), dem NDR Fernsehen. Naturschützer rechnen mittlerweile mit 500.000 bis 900.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid. Gesundheitlich ist es für Menschen mit Lungen- und Herzerkrankungen schädlich. Die Landtagsvizepräsidentin Meta Janssen-Kucz (Grüne) sieht durch den Rauch eine gesundheitliche Gefährdungslage im gesamten Nordwesten. Dass die Bundeswehr behauptet, es gehe von der Rauchwolke keine Gefahr aus, sei „skandalös“, so die Grünen-Politikerin gegenüber der NOZ. Auch Kameraaufnahmen in Otterndorf wurden durch den Qualm beeinträchtigt.

 

Allgemeine Fragen zum Moorbrand

Einige Fragen und Antworten hat der NDR ein einem Beitrag zusammengefasst. Darunter Fragen wie: Was ist ein Katastrophenfall? Was sind die Konsequenzen für die Natur? Wer ist an die Löscharbeiten beteiligt? u.v.m.

 

Munitionsreste im Moorgebiet

Es besteht zudem noch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Munitionsreste im Gebiet befinden könnten, da das Gelände seit 1876 militärisch genutzt wird und offiziell als blindgängergefährdet gilt. Zum Schutz der Feuerwehr werde nur am Rande des Brandes die Feuerwehr eingesetzt, da wegen der Munitionsreste das Moorgebiet nicht betreten werden könne.

 

Strafanzeige gegen Bundeswehr

Der ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne)  sieht nach eigenen Angaben den Tatbestand der fahrlässigen Brandstiftung erfüllt. Dieser hat am Mittwoch Strafanzeige gegen die Verantwortlichen bei der Bundeswehr gestellt.  Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fand ebenfalls Kritik an der Bundeswehr, weswegen nach so einem trockenen Sommer ausgerechnet im Moor Schießübungen stattfanden.

 

Kosten trägt die Bundeswehr

Die Kostenregelung laufen auf dem Wege des Verwaltungsverfahrensgesetz. Damit trägt die Bundeswehr die Kosten.